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DFB - Deutscher Fußball-Bund e.V.

Trifft 1982 beim Sensationssieg zum 1:0 - Algeriens Legende Rabah Madjer (M.)

Rabah Madjer verdrückte in seiner Heimatstadt Algier die eine oder andere Träne: "Ich kann nicht in Worte fassen, wie groß meine Freude ist", sagte Algeriens Fußball-Idol nach dem Achtelfinaleinzug seiner Landsleute bei der WM in Brasilien. "Es war eine historische Nacht für mein Volk. Und jetzt kommt auch noch die große Revanche gegen Deutschland."

32 Jahre lang hat Madjer auf dieses Spiel gewartet, jenes Wiedersehen mit der DFB-Auswahl in Porto Alegre heute (ab 22 Uhr MESZ, live im ZDF). Und auch wenn der mittlerweile 56-Jährige den Auftritt seiner Erben nur noch aus der Beobachterrolle verfolgt, wird er doch irgendwie präsent sein.

"Sie haben uns einfach nicht ernst genommen"

Madjer war das Herz jener goldenen algerischen Generation, die am 16. Juni 1982 im WM-Vorrundenspiel in Gijon Deutschland sensationell mit 2:1 bezwang - er selbst traf damals zum 1:0. Es war das zweite und bislang letzte Duell beider Länder, auch das erste hatte am Neujahrstag 1964 in Algier mit einer Blamage (0:2) für die großen Deutschen geendet.

"Sie haben uns einfach nicht ernst genommen", sagte Madjer nach dem Coup in Spanien. Neun Tage später einigten sich Deutschland und Österreich an gleicher Stelle auf ein freundschaftliches 1:0, beide waren weiter, Algerien war raus. Die "Schande von Gijon" wurde für Algerien zum nationalen Trauma.

Gijon ist in Algerien nicht vergessen

Ein Trauma, das mehr als drei Jahrzehnte später noch auch in den Köpfen der neuen Fußball-Generation der Nordafrikaner existiert. "Wir haben 1982 nicht vergessen, nicht Gijon, nicht Deutschland", sagte Nationalcoach Vahid Halilhodzic nach dem 1:1 gegen Russland, das den Achtelfinaleinzug bedeutete. "Es ist lange her, aber jeder Algerier weiß noch, was damals passiert ist."

Und deshalb treten die Helden von heute nicht nur für ihr Heimatland, sondern auch für die Helden von gestern an - auch wenn kein algerischer Spieler zu den Tagen von Gijon bereits geboren war.

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Algeriens Torjäger Islam Slimani: "Wir wollen in die Fußstapfen dieser Spieler treten"

"Wir wissen, wie 1982 der Sieg gegen Deutschland zustande kam - mit Leuten wie Madjer, Salah Assad oder Lakhdar Belloumi - wir wollen in die Fußstapfen dieser Spieler treten", sagt Sturmtank Islam Slimani, Jahrgang 1989 und Schütze des so wichtigen 1:1 gegen Russland. "Wenn dies damals möglich war, warum sollten wir nicht davon träumen, es ein weiteres Mal gegen Deutschland zu schaffen?"

Madjer rät Nachfolgern zur Wachsamkeit

Vorbild Madjer weiß, wie man deutsche Mannschaften knackt - 1987 schockte er mit seinem Hackentor im Finale des Landesmeister-Pokals für Porto gegen Bayern München (2:1) ein weiteres Team aus Deutschland. Der Rat an seine Nachfolger deshalb: "Die Deutschen haben ein tolles Team, deshalb müssen wir absolut vorbereitet und wachsam sein. Und vor allem 90 Minuten mit großem Herzen und Willen spielen."

Für Madjer, der zwischen Algier und Doha pendelt, wo er heute als Berater arbeitet, ist der Achtelfinaleinzug in Brasilien indes nur ein folgerichtiger Schritt in der Entwicklung des algerischen Fußballs: "Mit unserem Potenzial müssen wir die beste Mannschaft Afrikas sein. 70 Prozent der Algerier sind unter 30. Wir leben Fußball, essen, trinken und schlafen ihn."

Authors: DFB

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