Switch to the CitySwitch to the City

DFB von A bis Z: Historie :: DFB

In der Entwicklung des DFB aus kleinsten Anfängen zu einem der größten Fachverbände des Weltsports spiegelt sich geradezu exemplarisch der Siegeszug des Fussballs auf allen Kontinenten wider. Die Historie des DFB, sie zeigt die rasante Entfaltung zum Volkssport, in deren Verlauf der DFB zu einer überragenden sportlichen, aber auch bedeutsamen gesellschaftspolitischen Größe aufstieg.

Als der Braunschweiger Professor Konrad Koch, einer der großen Pioniere des aus England gekommenen Spiels, 1874 die ersten "Regeln für das Fußballspiel" in Deutschland niederschrieb, war nicht ansatzweise abzusehen, was daraus entstehen würde. Fußball in Deutschland, das war zunächst eine Leidensgeschichte. Gesellschaftlich als "Fußlümmelei" oder "englische Krankheit" von Pädagogen aller Couleur geächtet, mussten die Spieler noch 1898 lesen, die Körperhaltung wie "das Einsinken des Standbeins ins Knie, die Wölbung des Schnitzbuckels, das tierische Vorstrecken des Knies erniedrigt den Menschen zum Affen." So die Meinung des Turnlehrers Karl Planck.

Zum Glück gab es andere Meinungen. Die Fußballbegeisterung im Kaiserreich war nicht aufzuhalten, es gab schon bald Vereine und Meisterschaften und sogar inoffizielle Ur-Länderspiele mit Frankreich und England. Noch war das Spiel eine Mixtur aus Rugby und Fußball, welche die Jugend anzog.

Berlin war auch die Hauptstadt der Bewegung, 1890 wurde hier der Bund Deutscher Fußballspieler gegründet, dem aber überregionale Akzeptanz fehlte. Der Wunsch nach einem Zentralverband, verbunden mit einem strukturierten Spielbetrieb und verbindlichen Regeln und Normen (etwa dass Tore Latten haben sollten und nicht, wie anfangs, Seile als obere Begrenzung) führte zwangsläufig zur DFB-Gründung.

Der DFB wird am 28. Januar 1900 in Stuttgart gegründet

Auf dem Weg dazu fand beim Allgemeinen Deutschen Sportfest im Juli 1899 in Leipzig eine Vorbesprechung statt, bei welcher der Verband Leipziger Ballspielvereine mit der Einberufung einer Gründungsversammlung beauftragt wurde. Die erste Sitzung verlief noch ergebnislos, aber am 28. Januar 1900 war es so weit: Mit 62:22 Stimmen wurde in der Leipziger Gaststätte Mariengarten der Deutsche Fußball-Bund gegründet und Prof. Dr. Ferdinand Hueppe zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Der Grundstein für die rasante Entwicklung zum Volkssport und der des DFB zu sportlicher und gesellschaftspolitischer Größe war gelegt. Meilensteine waren die Einführung der Deutschen Meisterschaft 1903, die Bildung einer Nationalmannschaft, die von 1908 an Länderspiele austrug, und die Gliederung in Landes- und Regionalverbände sowie die Durchführung von Bundestagen. Diese wurden zunächst alljährlich, nach dem Krieg im Zwei- und von 1983 an im Drei-Jahres-Rhythmus veranstaltet.

Ab den 20er-Jahren Etablierung als Volkssport Nummer eins

In den 20er-Jahren etablierte sich der Fußball als Volkssport Nummer eins, überall entstanden Stadien, um dem wachsenden Interesse Rechnung zu tragen. Das Spiel mit dem Ball wurde zum größten Sonntagsvergnügen, die Skeptiker waren längst auf dem Rückzug.

Die Nationalsozialisten verleibten den DFB 1933 in den Reichsbund für Leibesübungen ein, als "Fachamt Fußball" existierte er fort. Das Spiel blieb dasselbe, die Begeisterung wuchs. Wenn Deutschland im neuen Berliner Olympiastadion in den 30er-Jahren gegen England oder Weltmeister Italien spielte, kamen 100.000 Menschen. Gleiches galt für die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft an derselben Stätte. 1934 und 1938 nahm man an WM-Endrunden teil, 1930 hatte der DFB noch verzichtet.

Fußball als Medikament gegen die Schmerzen des Alltags

In der Entwicklung des DFB aus kleinsten Anfängen zu einem der größten Fachverbände des Weltsports spiegelt sich geradezu exemplarisch der Siegeszug des Fussballs auf allen Kontinenten wider. Die Historie des DFB, sie zeigt die rasante Entfaltung zum Volkssport, in deren Verlauf der DFB zu einer überragenden sportlichen, aber auch bedeutsamen gesellschaftspolitischen Größe aufstieg.

Als der Braunschweiger Professor Konrad Koch, einer der großen Pioniere des aus England gekommenen Spiels, 1874 die ersten "Regeln für das Fußballspiel" in Deutschland niederschrieb, war nicht ansatzweise abzusehen, was daraus entstehen würde. Fußball in Deutschland, das war zunächst eine Leidensgeschichte. Gesellschaftlich als "Fußlümmelei" oder "englische Krankheit" von Pädagogen aller Couleur geächtet, mussten die Spieler noch 1898 lesen, die Körperhaltung wie "das Einsinken des Standbeins ins Knie, die Wölbung des Schnitzbuckels, das tierische Vorstrecken des Knies erniedrigt den Menschen zum Affen." So die Meinung des Turnlehrers Karl Planck.

Zum Glück gab es andere Meinungen. Die Fußballbegeisterung im Kaiserreich war nicht aufzuhalten, es gab schon bald Vereine und Meisterschaften und sogar inoffizielle Ur-Länderspiele mit Frankreich und England. Noch war das Spiel eine Mixtur aus Rugby und Fußball, welche die Jugend anzog.

Berlin war auch die Hauptstadt der Bewegung, 1890 wurde hier der Bund Deutscher Fußballspieler gegründet, dem aber überregionale Akzeptanz fehlte. Der Wunsch nach einem Zentralverband, verbunden mit einem strukturierten Spielbetrieb und verbindlichen Regeln und Normen (etwa dass Tore Latten haben sollten und nicht, wie anfangs, Seile als obere Begrenzung) führte zwangsläufig zur DFB-Gründung.

Der DFB wird am 28. Januar 1900 in Stuttgart gegründet

Auf dem Weg dazu fand beim Allgemeinen Deutschen Sportfest im Juli 1899 in Leipzig eine Vorbesprechung statt, bei welcher der Verband Leipziger Ballspielvereine mit der Einberufung einer Gründungsversammlung beauftragt wurde. Die erste Sitzung verlief noch ergebnislos, aber am 28. Januar 1900 war es so weit: Mit 62:22 Stimmen wurde in der Leipziger Gaststätte Mariengarten der Deutsche Fußball-Bund gegründet und Prof. Dr. Ferdinand Hueppe zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Der Grundstein für die rasante Entwicklung zum Volkssport und der des DFB zu sportlicher und gesellschaftspolitischer Größe war gelegt. Meilensteine waren die Einführung der Deutschen Meisterschaft 1903, die Bildung einer Nationalmannschaft, die von 1908 an Länderspiele austrug, und die Gliederung in Landes- und Regionalverbände sowie die Durchführung von Bundestagen. Diese wurden zunächst alljährlich, nach dem Krieg im Zwei- und von 1983 an im Drei-Jahres-Rhythmus veranstaltet.

Ab den 20er-Jahren Etablierung als Volkssport Nummer eins

In den 20er-Jahren etablierte sich der Fußball als Volkssport Nummer eins, überall entstanden Stadien, um dem wachsenden Interesse Rechnung zu tragen. Das Spiel mit dem Ball wurde zum größten Sonntagsvergnügen, die Skeptiker waren längst auf dem Rückzug.

Die Nationalsozialisten verleibten den DFB 1933 in den Reichsbund für Leibesübungen ein, als "Fachamt Fußball" existierte er fort. Das Spiel blieb dasselbe, die Begeisterung wuchs. Wenn Deutschland im neuen Berliner Olympiastadion in den 30er-Jahren gegen England oder Weltmeister Italien spielte, kamen 100.000 Menschen. Gleiches galt für die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft an derselben Stätte. 1934 und 1938 nahm man an WM-Endrunden teil, 1930 hatte der DFB noch verzichtet.

Fußball als Medikament gegen die Schmerzen des Alltags

Als der Krieg das öffentliche Leben im Mai 1945 beinahe völlig lahmgelegt hatte und die Menschen um Brot und Unterkunft besorgt waren, war der Fußball ein Medikament gegen die Schmerzen des Alltags. Schon sechs Wochen nach Kriegsende spielte Bayern München wieder und prompt ließen die US-Militärbehörden den Präsidenten verhaften – das Spiel war nicht ordnungsgemäß genehmigt.

Aufzuhalten war es im Allgemeinen nicht, schon am 4. November 1945 fiel der Startschuss für die Oberliga Süd. Der Vereinsfußball rollte also wieder, und nach der Wiedergründung des DFB am 1. Juli 1949 mit einem Festakt in der Stuttgarter Oper und der vom FIFA-Exekutivkomitee am 22. September 1950 beschlossenen Rückkehr in den Weltverband gab es endlich wieder Länderspiele.

Erstes Länderspiel nach dem 2. Weltkrieg gegen die Schweiz

Der Tag von Stuttgart, jenes 1:0 gegen die Schweiz am 22. November 1950, hatte für die Zeitgenossen ungeheure Bedeutung. Das Neckarstadion konnte die Menschenmenge, es waren über 100.000, nicht alle fassen. Nur um ein Freundschaftsspiel zu sehen, rutschten sie in ihren Sonntagsanzügen die Schlammhügel hinunter. Einfach um dabei zu sein, als die Welt wieder mit Deutschland spielen wollte.

Was daraus geworden ist, wissen wir heute: vier Welt- und drei Europameister-Titel sowie viele Triumphe im Europapokal. Aber auch der Alltagsbetrieb festigte den Fußball-Sport in Deutschland im Inneren. Dank seiner Organisation. Nicht jeder kann Meister werden, Pokalsieger schon – zumindest theoretisch. Der 1935 eingeführte DFB-Pokalwettbewerb sorgt seit dem ersten Tag für Sensationen und zieht die Menschen in den Bann, besonders wenn Goliath zu David aufs Dorf muss.

Seit 1969 wird auch der Deutsche A-Jugend-Meister gekürt, mittlerweile im Rahmen einer eigenen Bundesliga. Die Frauen spielen seit 1973 ihren Deutschen Meister aus. Zum Wohle des deutschen Fußballs, zweimal wurden sie bisher Weltmeister und achtmal Europameister.

1990: Eingliederung des DDR Fußball-Verbandes in den DFB

1990 geschah etwas von noch größerer historischer Bedeutung. Im Zuge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten trat am 21. November, ebenfalls in Leipzig, der Nordostdeutsche Fußballverband als neuer Regionalverband mit seinen sechs Landesverbänden dem DFB bei. Am Vortag war der Deutsche Fußball-Verband der DDR (DFV) aufgelöst worden.

Der DFV bleibt dennoch ein Stück deutscher Fußballgeschichte. Sie währte 38 Jahre und begann mit der 1952 erfolgten Aufnahme in die FIFA. In diesem Jahr fand das erste von 293 Länderspielen statt: Am 21. September 1952 unterlag die DFV-Auswahl in Warschau Polen 0:3. Nur einmal fuhr die DDR zu einer WM. Dort gelang ihr der sensationelle Sieg, datiert vom 22. Juni 1974: Im letzten Vorrundenspiel schlug sie den späteren Weltmeister (West-)Deutschland in Hamburg mit 1:0. Jürgen Sparwasser ging mit seinem Siegtreffer in die Fußballgeschichte ein.

Unvergessen ist in der DFV-Historie der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal durch ein 3:1 über Polen. Im Vereinsfußball steht für die ehemalige DDR der Triumph des 1. FC Magdeburg im Europapokal der Pokalsieger von 1974 an erster Stelle (siehe auch "DDR-Fußball" und "Olympische Spiele").

1963: Einführung der Bundesliga

Dass der Fußball im Westen weit erfolgreicher war, lag auch daran, dass hier 1963 eine neue Zeitrechnung begonnen hatte. Mit der Einführung der Bundesliga wurde das Profitum im deutschen Fußball manifestiert. Übrigens eine uralte Idee, die schon 1908 kontrovers diskutiert wurde. Ihre Ablehnung auf diversen Bundestagen konnte den Gedanken nicht aus der Welt bringen, zumal er in den Nachbarländern längst umgesetzt worden war.

In Deutschland aber wurde weiter unter der Hand gezahlt, schwarze Kassen waren gang und gäbe, was zum Beispiel dazu führte, dass Schalke 04 1930 für eine Saison aus dem Westdeutschen Fußballverband ausgeschlossen wurde. Das Problem der schwarzen Kassen prägte auch die Oberliga-Zeit, in der 1950 dann als Zwischenlösung das Vertragsspielerstatut in Kraft trat.

Mit dem 24. August 1963, dem ersten Bundesliga-Spieltag, wurde dem Vollprofitum nach und nach Tor und Tür geöffnet, Gehaltsobergrenzen fielen schon bald. Heute regiert die freie Marktwirtschaft, und nicht nur die Spieler verdienen gut an dem Spiel, was einst als "Fußlümmelei" begann. Die imposante Resonanz in den Stadien, auch unterhalb der Bundesliga, und der gesellschaftliche Stellenwert gibt den Pionieren auf eindrucksvolle Weise recht.

Authors: DFB

Lesen Sie mehr http://www.dfb.de/news/detail/dfb-von-a-bis-z-historie-113171/

  • Autor
  • Das neuste vom Autor
  • Video
  • Galerie
zum Seitenanfang
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com